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Freitag, 23. November 2012

Doktorgedanken Teil 2

Erstmal ein herzliches Willkommen an meine neuen Leserinnen und all Eure netten Kommentare - ich freue mich immer sehr! 

Weiter geht´s mit den Doktorgedanken...wie schon beim letzten Mal - frisch aus dem Dienst, uebernächtigt und fast psychotisch mit einem Puls von 110/min wegen zuviel Kaffee ;-)

Gerade beschäftigt mich sehr das Thema "letzte Worte" - und kann deswegen nicht einschlafen. Deswegen schreibe ich hier einfach meine Gedanken hin, sozusagen als Therapie fuer mich.

Ich musste gestern Nacht einer dreiundvierzigjährigen Frau, die den halben Tag halb bewusstlos mit höllischen Kopfschmerzen und Erbrechen in ihrer Wohnung gelegen hatte, bis ihr Mann nach Hause kam und die Ambulanz alarmierte, eine Fahrt im Krankenwagen, Kopf-CT, Angio, Status, Blut- und Vitalparameter-Abnahme hinter sich hatte, mitteilen, dass sie eine grosse Blutung aus einer Gefässaussackung in ihrem Gehirn habe und wir sie jetzt intubieren und an die Beatmungsmaschine anschliessen muessten, um sie in den OP zu bringen, wo die Neurochirurgin versucht, den Druck im Gehirn zu entlasten.
Ich glaube, ich habe in dem ganzen Trubel vergessen, ihr zu sagen, dass ich ihren Mann anrufe...ihre Hand habe ich nochmal kurz gedrückt, dass weiss ich.

Irgendwie beschäftigt mich, dass das vielleicht die letzten Worte waren, die sie in ihrem Leben gehört hat. Medizinisches Gebrabbel. 

Natuerlich muss man die Patienten informieren und ein heulendes Ärztemenschlein hilft auch keinem weiter, ganz zu schweigen davon, dass man die Schicksale der Patienten einfach nicht so an sich ranlassen darf - ein normaler Mensch hält das nicht durch. Aber es beruehrt einen doch und insbesondere bei juengeren Patienten.
Vielleicht auch, weil man die ganze Zeit daran erinnert wird, wie schnell das Leben vorbei sein kann, wie schnell man einen geliebten Menschen verlieren kann. Da kommen ziemlich viele Verlustängste hoch.

Und auch, wenn man seinen Patienten keine leeren Versprechen machen soll...
Ich glaube, ich als Patientin hätte in so einem Fall lieber, dass mir jemand das Blaue vom Himmel verspricht - dass jemand meine Hand drueckt, meine Wange streichelt und sagt, dass alles gut wird und das mein Mann gleich da ist und die Kinder gut versorgt sind.

Ich druecke ihr ganz fest die Daumen, dass sie es schafft.

*

Nach solchen Diensten gönne ich mir öfters ein wenig "Alltagsluxus", d.h. ich fahre auf dem Weg nach Hause im Einkaufszentrum vorbei und kaufe alleine, ohne Kinder und mit nur ganz wenigen älteren Damen, die nicht mehr schlafen können und in Rente sind, im Supermarkt ein.
Ich stehe mit leicht fettigen Haaren da und starre ca. 10 Minuten eine Auflaufform an, die ich dann doch nicht kaufe. Aber macht ja nichts, sind ja kaum Zeugen da und ich habe Zeit.
Ich kaufe dann hauptsächlich Sachen, die gut fuer einen sind und voll mit Vitaminen und hauptsächlich Bio, sodass die Kasse raucht. Und eine schöne Zeitschrift. Und ein bisschen "Happy Joe"-Apfelcidre fuer´s Wochenende :-)


Ok, mein Mann würde nur den Kopf darueber schütteln, dass ich die kaltgepressten Säfte hauptsächlich wegen der suessen Fläschchen gekauft habe - aber das meine ich mit "Alltagsluxus". Und ausgespuelt mit Schlueppchen drumrum wuerden die in einem Dekoladen mindestens das Doppelte kosten und hier habe ich auch noch Saft mit dabei ;-)

Zuhause mit Vitaminbomben und Kaffee auf der Couch eingekuschelt habe ich Blödi nätuerlich was gemacht? Eine aufgenommene Folge "Grey´s Anatomy" geguckt. Super unrealistisch (ich zumindest hatte noch nie im Dienst Zeit dazu, mit knackigen Kollegen ein Schäferstuendchen abzuhalten), medizinisch unkorrekt, aber was soll´s  - was fuer´s Herz braucht jede Frau.
Leider war das mal wieder eine Folge, wo sich Meredith vollkommen fuer eine Patientin aufopfert und darueber hinaus sich noch nicht mal um ihre eigene Tochter kuemmert, sondern lieber im Sessel neben dem Patientenbett schläft. Vollkommen ueberzogen und unrealistisch - ich war aber trotzdem traurig und habe an meine Patientin gedacht. 

Manchmal ist das Leben schon ziemlich intensiv. 
Und deswegen sollte man es geniessen! So, und jetzt mache ich mich fertig, um ohne Tränen meine kleinen Jungs nach ihrem Kindergartentag in die Arme zu nehmen!


Ganz liebe Gruesse aus Finnland (trüb, grau und zu warm fuer November),
Appelgretchen


Kommentare:

Anki-Kreativ-Design hat gesagt…

Liebes Appelgretchen,

das ist ein Grund, warum Arzt nie was für mich gewesen wäre. Ich habe während meines Wirtschaftsstudiums kurz im onkologischen Labor der Uni-Klinik gearbeitet. Ich mußte nur Daten eingeben, aber da waren viele Jüngere als ich mit Krebs...selbst die Daten haben mich belastet. Ich bewundere Menschen, wie Dich, die damit lernen oder gelernt haben umzugehen.

GlG Andrea

Anki-Kreativ-Design hat gesagt…

Uuuuppppsss,
wollte ja noch was zu den Fläschchen sagen, die hätte ich auch auf jeden Fall mitgenommen.

GlG Andrea

Bienekatja hat gesagt…

Oh,das ist sehr schwer für dich.Die täglichen Belastungen im Beruf kommen sonst so gar nicht ans Tageslicht,kaum denkt man mal daran,wie belastend ein solcher Beruf wie deiner ist...danke für den Bericht.Ich kenn diese Situation "nur" von der anderen Seite aus...aber das "technische Arzt- blabla" tröstet auch,glaub mir,denn so weiß man,dass bestmöglichst geholfen wird!Und man nicht nach dem gerade erlittenen Unfall alleine draußen rumliegt!!Fand ich jedenfalls!Lieben Gruß,Katja

Rundum kreativ hat gesagt…

Hy, ich finde du bist Super und ich hoffe das du mit solchen Situationen weiterhin gut umgehen kannst(auch wenn es den Kauf der Fläschchen mitsichbringt) Denn was wäre die Welt ohne sojemanden wie dich!! Ein Dank an alle die den Dienst am Menschen tun! Ich habe mal nur 2 TG mir den Beruf Krankenschwester angeschaut und das hat mich extrem mitgenommen!!
DANKE

GVLG Anja

Danny hat gesagt…

Liebes Appelgretchen,

DANKE, für diesen Post. Ich finde es toll wie du deine Gedanken zu diesem Thema schreibst und für mich, als Angehöriger oder Betroffener ist es auch beruhigend zu lesen.

Ein erholsames Wochenende wünscht Dir,

Danny

Margeraniums Gartenblog hat gesagt…

Hallo Appelgretchen,
kann mir vorstellen, dass einem solche Schicksale nicht kalt lassen! Natürlich weiß man, dass man das nicht zu sehr an sich heranlassen darf, ... aber das ist vermutlich oft leichter gesagt, als getan!
Nach so etwas hast Du Dir auf jeden Fall eine kleine Belohnung verdient und wenn es nur süße Saftfläschchen sind! Habe übrigens Fläschchen, in denen mal Grillsoßen waren als Milchbehälter für den Kaffeetisch umfunktioniert! Das kam richtig gut an!!!
Viele Grüße von
Margit (auch 43 Jahre)

die Malerin hat gesagt…

Liebes Appelgretchen,

ich war vor zwei Wochen mit unserer Tochter in der Ambulanz in unserem Klinikum. Fast 40 Grad Fieber, höllische Kopfschmerzen und steifer Nacken. Ich war einfach nur froh, das jemand da war der uns hilft. Innerhalb einer halben Stunde hatten wir die Ergebnisse der Computertomographie und auch die Ergebnisse der Lombalpunktion waren zum Glück negativ. Es war keine Meningitis und auch sonst staute sich nichts im Gehirn, zum Glück. Nur ein böser fieser, fieser Virus. Der Oberarzt der Neurologie war absolut spitzenmässig, er hat uns alles in Ruhe erklärt, ohne zu dramatisieren, wieso weshalb warum er welche Untersuchung macht. Das nahm die Angst vor dem unbekannten. Wir waren einfach froh das unserer Tochter so schnell und kompetent geholfen wurde. Sie ist noch krank geschrieben und wir entspannen uns gerade mit Dekokram und Plätzchen backen. Mach Dir nicht so viele Gedanken, ich glaube das Du eine gute und einfühlsame Ärztin bist und dem Patienten ist schon viel geholfen, wenn er merkt, das ist jemand für mich da, der mit hilft.

Dir ganz liebe Grüße Lydia ♥♥♥

Conny Neuwerk hat gesagt…

Liebes Appelgretchen, was du da schreibst berührt mich schon sehr. In solchen Situationen hat man nicht viel Zeit nachzudenken und hinterher denkt man dann was noch alles hätte gesagt werden können. Das geht wohl den meisten Menschen so.
Ich wünsche deiner Patientin alles Gute und hoffe, dass sie es übersteht.
Das mit den Fläschchen kenne ich auch, da kann ich mich richtig drin verlieben. Ich glaube dieses Gen haben Männer nicht. Schade für sie!
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
LG Cornelia

Katharina hat gesagt…

Liebes Appelgretchen,

Dein Post geht unter die Haut und erinnert einen mal wieder wie guts uns geht und wie dankbar wir darüber sein können. Denn es kann sich so schnell ändern. Mir geht es immer so, wenn meine Beiden, mein Mann und meine Tochter zusammen irgendwo hinfahren mit dem Auto, da denk ich mir auch immer, wenn Euch Beiden etwas passiert, würde für mich die ganze Welt zusammen brechen. Ich bewundere Dich, dass Du mit solch schwierigen Schicksalen lernst umzugehen, was würden wir machen, wenn es solche Menschen wie Dich nicht gäbe?! Deshalb hättest Du für mich ein vergleichbares Gehalt wie irgendein Vorstand von Audi z. B. verdient! So an dieser Stelle hör ich hoff, denn darüber könnt ich jetzt seitenweise schreiben. Ein schönes Wochenende Dir und Deinen Lieben!

GLG, Kathi

Seraphina´s Phantasie hat gesagt…

Ich finde, Du hast alles richtig gemacht und der Film hat Dir vielleicht indirekt geholfen, das Ganze zu verarbeiten. Manchmal ist frau eben extremen Situationen ausgesetzt und der Körper und die Seele holen sich dann das, was sie brauchen. In Deinem Fall eben schöne Flaschen mit viel Vitamin drin. ;-)
Viele Grüße Synnöve

heidekind hat gesagt…

Liebes Appelgretchen.Vielen Dank für deine Arbeit und das du darüber schreibst. Ich frage mich auch oft ob ich immer die >richtigen< Worte oder die helfende Beratung für die Menschen finde. Bei uns sind Menschen die zum Thema Sucht, Suizid, Krankheit,Einsamkeit, psychische Probleme Hilfe suchen. Da bin ich auch oft nach dem Nachtdienst ausgepowert und gönne mir <schöne<Dinge. Entweder Dekokram oder aber spirituelle Spaziergänge im Wald. so gibt es wieder Kraft für die nächsten Dienste. Sei herzlich gegrüßt und nochmals Danke für deinen Post. Heide

Susanne hat gesagt…

Mein Liebes,

wie oft wird von gedankenlosen Menschen gesagt; die sind Ärzte, die haben doch keine Sorgen. Dabei wird ganz vergessen, welch eine hohe emotionale Belastung dieser Job mit sich bringt. Und da ich Dich ganz gut kenne, weiß ich auch, wie sehr Dich solche Schicksale mitnehmen. Musste auch gerade wieder an Tim denken, für den jede Hilfe zu spät kam. Ich hoffe, dass Deine Patientin wieder gesund wird! Ich weiß, Du gibst immer Dein Bestes!
Und eine kleine Ablenkung hast Du Dir nach diesem Dienst sicherlich verdient:-)
Drück Dich ganz fest!!

samtundsahne hat gesagt…

liebes appelgretchen,

*schluck*

ich weiß, was du meinst!!!

drück dich!

lg nancy

zuckersüße Äpfel hat gesagt…

Liebes Appelgretchen, ich bin sprachlos....kann gar nicht viel dazu sagen. Schluck....

Liebe Grüße, Tanja

INNENANSICHTEN hat gesagt…

Das war ein sehr interessanter Einblick in Deinen Berufsalltag...und in Deine Gedanken. Mir geht's übrigens ziemlich ähnlich mit meinem Beruf und solche Gedanken kenne ich nur zu gut! Ich habe mich immer mit dem Gedanken getröstet, dass es noch soooo viel andere Ärzte, Bestatter, Polizeibeamte u.ä. gibt, die genau mit dem klar kommen müssen, wie ich. So nach dem Motto: geteiltes Leid ist halbes Leid. Und mein Alltagsluxus ist es, auf meinem Nachhauseweg bei "meinem" Antiquitätenhändler anzuhalten und mir dort etwas zu gönnen.
Danke noch mal für Deine offenen Worte.
Liebe Grüße,
Uschi

27Anfrieda hat gesagt…

Liebes Appelgretchen,

gut, dass es Menschen wie DICH gibt! Ohne Euch Ärzte wären wir verloren.

Ja, ich kann nachvollziehen, wie sehr Dich die Situation beschäftigt. Und auch ich weiß, wie schnell ein Leben vorbei sein kann. Mein Bruder hat vor 3 Jahren eine schlimme Gehirnblutung erlitten. Einfach so. Heute geht es ihm glücklicherweise wieder gut! Aber wir haben uns in der Zeit viele Sorgen & Gedanken gemacht.
Ich drücke Deiner Patientin an dieser Stelle ganz fest die Daumen, dass sie schnell gesund wird und keine Schäden zurückbleiben!

Und Dir wünsche ich viel Kraft, das Erlebte zu verarbeiten!

Sei herzlich umarmt,
Anfrieda

Kerstin hat gesagt…

Liebes Appelgretchen,

oh ich kann Dich gut verstehen und habe ja auch in meinem Beruf als Arzthelferin ähnliches erlebt und mit zunehmenden Alter ist es mir auch schwerer gefallen diese Gedanken dann zu verarbeiten. Ja, man sollte sich doch jeden Tag immer bewußt sein dass es morgen auch vielleicht ganz anders aussehen kann. Für die Seele hast Du Dir Gutes getan und das ist doch schön. Ich wünsche Dir ein super tolles erholsames Wochenende im Kreise Deiner kleinen Familie

Liebe Grüße

Kerstin

*Smukke Ting* hat gesagt…

Liebes Appelgretchen,
Dein Bericht, so traurig ich ihn streckenweise finde, hat auch etwas sehr Positives! Genau wie Du schreibst, das Leben, so wie wir es heute kennen, kann ganz schnell vorbei sein, Ich hab es in meiner Familie auch erlebt. Daher sollte man sich nicht an unwichtigen Kleinkram aufhalten oder sich über Lappalien streiten, sondern sich jeden Tag bewusst machen, wie gut man es eigentlich hat!!! Bei Deinem letzten Satz musste ich anfangen zu heulen. Deine Kinder in den Arm zu nehmen... Ja, das ist auch für mich nach einem langen Tag das Schönste!!!

Einen ganz dicken Drücker an Dich und viele liebe Grüße,

Birgit

Kerstin und Martina hat gesagt…

Liebes Appelgretchen...
nun war ich soooo lange nicht mehr hier und dann rührst du mich zu Tränen!
Wirklich...es ist so wundervoll gesund zu sein und niemanden verlieren zu müssen und es ist so vergänglich...
Wie gut, daß es dich gibt... Menschen wie dich, die es auf sich nehmen so schreckliche Situationen auszuhalten, in der Hoffnung und mit dem Vorsatz helfen zu können!
DANKE... Dir und deinen Kollegen.
Fühl dich umarmt
Kerstin

Blattgold Dr.Becker hat gesagt…

Das kenne ich als Ärztin auch. Dein Artikel ist sehr mitreissend geschrieben und ich freue mich, dass so viele Leser Verständnisszeigen. Meistens wird ja nur über uns Ärzte hergezogen und gemeckert...

Danke für diesen wundervollen, wenn auch teilweise traurigen Artikel.

Michaela

Steffi hat gesagt…

Ich kenne es seit diesem Sommer, so schnell und hart kann sich vieles ändern und doch kann solch eine Veränderung einen Stärken und Bewußt machen was eigentlich wichtig ist im Leben, das Leben selbst, die Familie. Ich bewundere da so manchen Arzt und auch Pfleger und Schwestern die dieses jeden Tag erleben. Du hast dies so schön beschrieben, auch wenn es traurig ist.
Danke Dir, deine Kollegen und ich hoffe das es dieser Frau besser gehen wird.
Fühl dich ♥lichst gedrückt.

Steffi

Sabines Stempelwelt hat gesagt…

Liebes appelgretchen,

Jetzt komme ich gerade von der spaetschicht nach hause, und schau noch wie jeden tag auf deiner seite vorbei.. und was soll ich sagen: "ich bin zu traenen geruehrt"!

ich bin so dankbar,dass es mir und meinen lieben gut geht. aber wenn uns mal etwas ernsteres geschehen sollte,waere ich unsagbar dankbar,eine aerztin wie dich zu haben,die mir die hand drueckt und die wange streichelt. das sagt mehr als 1000 worte.

ich druecke dir und deiner patientin die daumen!!!!

fuehl dich geknuddelt - du machst das ganz toll!!

so. ich hab jetzt das beduerfniss,meine kids nochmal in den arm zu nehmen....

alles alles liebe

deine sabine

Gartenwildwuchs hat gesagt…

Ich kann mir das gut vorstellen, das solche Gedanken immer wieder hoch kommen und man sich fragt, hab ich alles richtig gemacht, hätte ich da oder da anders reagieren sollen etc. Das Leben ist eben nicht immer geradlinig und manchmal schafft man es sicher Inder Kürze der Zeot auch nicht immer die absolut richtige Entscheidung zu treffen, aber dafür sind wir ja auch Menschen... Keine Maschinen..
Ich hoffe deine Patientin hat es geschafft. Ich glaube ich käme damit nicht gut zurecht....

chacheli-macheri hat gesagt…

Liebes Appelgretchen
Ich bewundere Menschen ,die im "Krankenwesen" tätig sind.
Mitgefühl hab ich jede Menge , aber was würde es dem Patienten nützen wenn die Krankenschwester ,
ein in tränen aufgelöstes , häufchen Elend wär ....nix.
Meine Hochachtung!....aber ich bleib in meiner Töpferei.....schnüff.
Liebe Grüsse
caro

Ich Landtrulla hat gesagt…

Liebes Appelgretchen , ja so ein Job bringt sicher oft traurige Stunden mit sich . Ich höre es immer wieder mal von meinem Schwager , welch unglaubliche Dinge manchen Menschen passieren. Er ist Rettungssanitäter auf einem Hubschrauber und erlebt so tagtäglich die schlimmsten Unfälle und Verletzungen. Mich berührt es auch immer ganz besonders , wenn er von so jungen Menschen oder gar Kindern erzählt.
In deinem Fall , finde ich es unglaublich wie du den Spagat zwischen dem Beruf als Ärztin und Mutter so gut meisterst . Da ist es doch genau richtig , wenn du Dir dafür ab und zu mal etwas schönes gönnst.
Ich hoffe , dass es deine Patientin geschafft hat und sie bald wieder bei Ihrer Familie sein kann.

Nun wünsche ich Dir für die nächsten Schichten nicht ganz so herzzereissende Momente.

Liebe Grüße
Anja

Herzerquicklich hat gesagt…

Liebes Appelgretchen,
als unser Sohn dieses Jahr in den OP-Saal geschoben wurde und ihm ein Tumor an der Hypophyse entfernt wurde, greisten meinem Gedanken auch die ganze Zeit darum, ob dies nun unsere letzten Worte waren die wir kurz zuvor gesprochen hatten. Das war eine Situation, die ich nicht nochmals haben möchte. Aus der Sicht eines Arztes habe ich das noch gar nicht betrachtet. Immer solche Gedanken, wenn auch vielleicht nicht so emotional wie bei einem Familienmitglied, könnte ich nur sehr schwer ertragen.
Ich wünsche dir viel Kraft für deinen Beruf und natürlich auch für die Familie.
Liebe Grüße Barbara
PS. Unserem Felix gehts wieder bestens, er hat alles sehr gut überstanden.